Kelek, Necla (2010): Himmelsreise

In den islamkritischen Blogs ist die promovierte Soziologin Necla Kelek neben Henryk M. Broder und Ayaan Hirsi Ali inzwischen eine der Ikonen. Auch das neueste Buch der regen Autorin dürfte definitiv zur Festigung ihres Rufes beitragen. Für links-liberale Feuilletons ist die Migrantin und in Istanbul geborene Autorin ebenso wie die beiden Erstgenannten kaum angreifbar und wirkt daher mit ihren deutlich verlautbarten Ansichten über türkische Parallelgesellschaften wie ein rotes Tuch auf das ideologisch komische Bündnis politischer Muslime, traditioneller Linker und sonstigen Vertretern der Political Correctness.

Am Beispiel der „Himmelsreise“ des Propheten Mohammed führt die Autorin zunächst vor, welch geschickter Theologe der sagenumwobene Begründer des Islam gewesen sein muss, da man bereits in dieser mythischen Fahrt durch die sieben Himmel alle wichtigen Elemente seiner Religion erkennen kann. Wer immer auch diese Geschichte erfunden haben mag, dem gelang es bereits damit, eine deutliche Abgrenzung zu den so genannten Schwesterreligionen vorzunehmen, die aus der Umma, der islamischen Glaubensgemeinschaft, trotz ihrer weltweiten Verbreitung eine geschlossene Gesellschaft machen sollte. „Abgrenzung“ ist in der Folge auch das zentrale Thema des Buches.

Necla Kelek (2010): Himmelsreise. Mein Streit mit den Wächtern des Islam, Köln: KiWi 2010, 266 Seiten, 18,95 Euro. Kaufen bei: Amazon.

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